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Punkte & Karten

PAYBACK American Express: lohnt sich die kostenlose Karte wirklich?

von Jendrik · Lesezeit 11 Min. · veröffentlicht am 26. August 2026

Die PAYBACK American Express kostet dauerhaft 0 € Jahresgebühr, auch die Zusatzkarten. Dafür bekommst du 1 PAYBACK Punkt je 3 € Kartenumsatz, überall wo Amex akzeptiert wird, ausgenommen an Tankstellen. Ein Punkt entspricht 1 Cent. Das sind rund 0,33 Prozent Rückvergütung auf alles, was du mit der Karte zahlst. Bei PAYBACK Partnern kommen die normalen Partnerpunkte obendrauf, du sammelst also doppelt. Der Willkommensbonus liegt bei bis zu 3.000 Punkten, also 30 €.

Klingt nach einem Selbstläufer, ist es aber nicht für jeden. Die Karte ist eine Charge Card. Der komplette Monatsumsatz wird in voller Höhe vom Girokonto abgebucht, Teilzahlung ist nicht möglich. Amex wird längst nicht überall genommen. Und der Bonus hat Bedingungen, die kaum jemand ausschreibt. Ich habe die Karte selbst, hier steht, was sie in Euro bringt, wo die Haken sitzen, und für wen sie sich schlicht nicht lohnt.

Was kostet die PAYBACK American Express wirklich?

Die kurze Antwort: nichts, solange du sie normal benutzt und deine Rechnung pünktlich bezahlst. PAYBACK wirbt mit "Dauerhaft 0 € Jahresgebühr", und das gilt auch für Zusatzkarten. Es gibt keine versteckte Grundgebühr, keine Mindestumsatz-Klausel für die Gebührenfreiheit und keinen Wechsel in ein Bezahlmodell nach dem ersten Jahr.

Kosten entstehen erst in drei Situationen, und die stehen im Kleingedruckten der Karten-Bedingungen:

Was kostet die PAYBACK American Express wirklich?
SituationKosten
Zahlung in Fremdwährung2 % vom Umsatz
Bargeld am Automaten4 %, mindestens 5 €
Bargeld-Limit750 € pro 7 Tage
Zahlungsverzug5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz

Für den Alltag heißt das: Als Zahlungsmittel im Inland ist sie wirklich gratis. Als Urlaubskarte ist sie es nicht. 2 Prozent Fremdwährungsgebühr fressen die 0,33 Prozent Punkte sechsfach auf. Wer im Ausland zahlt, braucht eine andere Karte im Portemonnaie.

Wie viele Punkte bringt die Karte pro Euro?

Die Grundregel ist simpel: 1 PAYBACK Punkt je 3 € Kartenumsatz. Das gilt weltweit an allen Amex-Akzeptanzstellen, unabhängig davon, ob der Händler PAYBACK Partner ist.

Bei PAYBACK Partnern sammelst du doppelt

Zahlst du bei einem PAYBACK Partner mit der Karte, bekommst du beides: die regulären Partnerpunkte für den Einkauf und zusätzlich die Kartenpunkte. Ein Beispiel aus dem Alltag, bei dm gibt es 1 Punkt je 2 € Einkaufswert. Bei 30 € Einkauf sind das 15 Partnerpunkte plus 10 Kartenpunkte, zusammen 25 Punkte oder 25 Cent.

Bei dm kommt laut den Amex-Kartenbedingungen sogar ein erhöhter Kartensatz zum Tragen, dort sind 2 Punkte je 3 € Belastung vorgesehen. Das solltest du vor der Beantragung noch einmal auf der aktuellen Bedingungsseite gegenprüfen, solche Sonderkonditionen ändern sich.

Außerhalb der Partner zählt jeder Euro

Und genau da liegt der eigentliche Wert der Karte. Der Handwerker, die Werkstatt, das Restaurant, der Online-Shop ohne PAYBACK Anbindung. Überall dort sammelst du sonst gar nichts. Mit der Karte sind es 0,33 Prozent. Wenig, aber besser als null, und ohne Aufwand.

Die eine Ausnahme, die viele übersehen

An Tankstellen gibt es keine Kartenpunkte. PAYBACK nennt das ausdrücklich als Ausnahme von der Regel "auch außerhalb der PAYBACK Partner". Wer regelmäßig bei Aral tankt, sammelt dort weiterhin die Partnerpunkte über die PAYBACK Karte, nämlich 1 Punkt je 2 volle Liter Kraftstoff. Aber die zusätzlichen Kartenpunkte fallen weg. Bei einem 70-Euro-Tankvorgang sind das 23 Punkte, die du nicht bekommst.

Was ist ein PAYBACK Punkt beim Auszahlen und beim Einlösen wert?

PAYBACK legt den Wert selbst fest: 1 Punkt entspricht 1 Cent. Das ist der Maßstab, an dem du alles messen solltest.

Was ist ein PAYBACK Punkt beim Auszahlen und beim Einlösen wert?
EinlösewegWert je PunktEinordnung
Auszahlung aufs Girokonto1 Centfix, planbar, ab rund 200 Punkten
Sofortrabatt an der Kasse1 Centidentisch zur Auszahlung, nur schneller
Prämien aus dem Prämienshopschwankt, oft unter 1 CentVergleichspreis prüfen, sonst zahlst du drauf
Umwandlung in Miles & More1:1 in Meilenrechnerisch mehr wert, aber nur beim Fliegen

Die Portale, die bei diesem Thema ranken, rechnen fast alle in Meilen und kommen dann auf 2 bis 4 Cent je Punkt. Das stimmt sogar, wenn du regelmäßig Langstrecke fliegst und Prämienflüge buchst. Für alle anderen ist es eine Rechnung, die nie eintritt. Wenn du deine Punkte am Ende an der dm-Kasse einlöst, ist ein Punkt genau ein Cent wert. Rechne mit dieser Zahl, nicht mit der Meilen-Fantasie.

Der Prämienshop ist der einzige Ort, an dem du systematisch verlieren kannst. Prüfe vor jeder Prämie kurz, was der Artikel regulär kostet. Liegt der Punkteeinsatz umgerechnet über dem Ladenpreis, nimm die Auszahlung.

Wie viel bringt die Karte im Jahr? Die ehrliche Rechnung

Hier ist die Tabelle, die auf keiner der rankenden Seiten steht. Basis: 1 Punkt je 3 €, 1 Punkt = 1 Cent, ohne Partnerpunkte, ohne Coupons, ohne Tankstellen.

Wie viel bringt die Karte im Jahr? Die ehrliche Rechnung
Kartenumsatz pro MonatPunkte pro JahrWert pro Jahr
300 €1.20012 €
600 €2.40024 €
1.000 €rund 4.000rund 40 €
1.500 €6.00060 €
2.500 €rund 10.000rund 100 €

Das ist die nüchterne Wahrheit. Wer 600 € im Monat über die Karte laufen lässt, kommt auf 24 € im Jahr. Das ist kein Nebeneinkommen, das ist ein Restaurantbesuch. Der Willkommensbonus von 3.000 Punkten ist mit 30 € mehr wert als das gesamte erste Sammeljahr bei durchschnittlichem Umsatz.

Interessant wird die Karte erst in Kombination mit den Partnerpunkten und vor allem mit Coupons. Ein aktivierter 10fach-Coupon bei dm hebt die Rendite auf ein ganz anderes Niveau, das rechne ich dir im Artikel PAYBACK Punkte sammeln im Detail vor. Die Karte allein ist der kleinere Hebel.

Der Willkommensbonus: 3.000 Punkte, aber lies das Kleingedruckte

Der Bonus besteht aus zwei Teilen, und beide haben Bedingungen.

1. 1.000 Punkte für die erfolgreiche Ausstellung der Karte. Die Gutschrift ist offiziell mit rund vier Wochen nach Ausstellung angegeben.

2. 2.000 Punkte zusätzlich, wenn du innerhalb der ersten zwei Monate nach Kartenerhalt mindestens 500 € Umsatz machst. Bargeldabhebungen und Gutschriften von Vertragspartnern zählen dabei nicht mit.

Bei mir kam der Bonus deutlich schneller als angekündigt, nämlich innerhalb von zwei Wochen. Das ist eine einzelne Erfahrung und keine Zusage, aber die offiziellen vier Wochen scheinen eher großzügig gerechnet zu sein.

Drei Bedingungen entscheiden darüber, ob du den Bonus überhaupt behältst:

  • Du warst in den vergangenen 18 Monaten nicht Hauptkarteninhaber einer deutschen PAYBACK American Express Karte. Wer die Karte einmal hatte und kündigt, muss also anderthalb Jahre warten.
  • Du führst das Kartenkonto einwandfrei, insbesondere ohne Zahlungsverzug.
  • Du kündigst nicht innerhalb der ersten 12 Monate. Sonst erlischt der Anspruch auf die Punktegutschrift rückwirkend.

Diese 12-Monats-Klausel ist der Punkt, den die Bonus-Jäger regelmäßig übersehen. Die Karte einsammeln, Bonus abgreifen, nach drei Monaten kündigen, das funktioniert hier nicht.

Zeitweise laufen Aktionen mit höherem Bonus. Prüfe vor dem Antrag kurz die offizielle Seite, ob gerade eine läuft, das kostet dich zwei Minuten und kann 1.000 Punkte ausmachen.

Wo du mit der Amex in Deutschland nicht bezahlen kannst

Das war jahrelang der Killer und hat sich deutlich entspannt. Die großen Ketten sind heute weitgehend an Bord. Nach einer Übersicht von Business Insider aus Oktober 2024 akzeptieren unter anderem Aldi Nord und Süd, Lidl, Kaufland, Netto Marken-Discount, Penny, Norma, dm, Rossmann und Müller American Express. Bei EDEKA hängt es vom Markt ab, weil viele Filialen selbstständig geführt werden.

Die Lücke sitzt heute woanders, nämlich unterhalb der Kettenebene:

  • Kleine inhabergeführte Läden, Bäckereien, Kioske
  • Ein großer Teil der Gastronomie, besonders außerhalb der Innenstädte
  • Handwerker, Werkstätten, kleine Dienstleister
  • Ärzte, Apotheken mit eigenem Terminal, Behörden
  • Vereine, Märkte, alles mit kleinem Kartenterminal

Der Grund ist immer derselbe: Amex verlangt vom Händler höhere Gebühren als Visa und Mastercard. Wer knapp kalkuliert, lässt die Karte draußen. Der Marktanteil von American Express in Deutschland lag zuletzt bei knapp 7 Prozent, hinter Visa und Mastercard.

Praktische Folge: Die Amex ist eine Zweitkarte, keine einzige Karte. Du brauchst eine Girocard oder eine Visa oder Mastercard daneben. Wer das nicht will, für den ist die Karte falsch.

Teilzahlung gibt es hier nicht, und das ist die gute Nachricht

Hier räume ich mit einem Irrtum auf, der in vielen Vergleichen steht. Die PAYBACK American Express bietet keine Teilzahlung. PAYBACK formuliert das eindeutig: Die entstandene Rechnung wird monatlich in voller Höhe vom hinterlegten Girokonto abgebucht. Es handelt sich um eine Charge Card, nicht um eine klassische Kreditkarte mit Kreditrahmen. Amex SplitPay, die frühere Ratenzahlung, ist eingestellt.

Damit fällt die klassische Zinsfalle weg. Es gibt keinen Restsaldo, der sich unbemerkt aufbaut, und keine zweistelligen Sollzinsen auf laufende Einkäufe.

Die echte Kostenfalle ist eine andere: die Abbuchung in voller Höhe. Der gesamte Monatsumsatz geht auf einen Schlag vom Konto. Wer knapp kalkuliert und im Dezember 1.400 € über die Karte geschoben hat, rutscht im Januar in den Dispo. Ein Dispozins von 11 Prozent auf 1.400 € über einen Monat kostet rund 13 €. Damit ist die Punkte-Ausbeute von einem halben Jahr weg. Als Beispielrechnung, dein Dispozins steht in deinen Kontoauszügen.

Verwechsle sie nicht mit der PAYBACK Visa

Die beiden Karten laufen unter derselben Marke und funktionieren völlig unterschiedlich.

Verwechsle sie nicht mit der PAYBACK Visa
PAYBACK American ExpressPAYBACK Visa
Jahresgebühr0 €, dauerhaft29 €, erstes Jahr frei
Punkte je Umsatz1 Punkt je 3 €1 Punkt je 5 €
Rückvergütungrund 0,33 %0,2 %
Teilzahlungnicht möglichmöglich, mit Zinsen
Fremdwährung2 %gebührenfrei
AkzeptanzAmex-NetzVisa-Netz

Rechne die 29 € einmal gegen: Um allein die Jahresgebühr der Visa über Punkte wieder hereinzuholen, brauchst du 2.900 Punkte. Bei 1 Punkt je 5 € sind das 14.500 € Kartenumsatz im Jahr, nur für die Gebühr. Die Visa lohnt sich deshalb fast nur über ihre Reisevorteile, nicht über das Punktesammeln. Wenn dir die Punkte wichtig sind, ist die Amex die rechnerisch bessere Karte.

Für wen sich die PAYBACK American Express nicht lohnt

Das ist der Abschnitt, den kaum jemand schreibt, weil er Provisionen kostet. Er ist trotzdem der wichtigste.

1. Wenn du im Ausland zahlen willst. 2 Prozent Fremdwährungsgebühr sind sechsmal so viel, wie du an Punkten bekommst. Für den Urlaub ist die Karte die falsche Wahl.

2. Wenn du nur eine einzige Karte haben willst. Die Akzeptanzlücke bei kleinen Händlern und in der Gastronomie ist real. Ohne zweite Karte stehst du irgendwann an einer Kasse und kannst nicht zahlen.

3. Wenn dein Girokonto am Monatsende knapp ist. Die volle Abbuchung ist nicht verhandelbar. Wer regelmäßig im Dispo landet, verliert mit dieser Karte Geld statt welches zu sammeln.

4. Wenn du hauptsächlich tankst. Genau dort gibt es keine Kartenpunkte. Für Vielfahrer ist der Haupt-Ausgabenblock ausgenommen.

5. Wenn du sowieso kaum mit Karte zahlst. Unter 300 € Kartenumsatz im Monat landest du bei 12 € im Jahr. Dafür lohnt sich weder der Antrag noch die Schufa-Abfrage noch der zusätzliche Kontoposten.

6. Wenn du planst, nach dem Bonus zu kündigen. Die 12-Monats-Klausel macht den Bonus rückwirkend zunichte, und danach bist du 18 Monate für einen erneuten Bonus gesperrt.

Bleibt die Gruppe, für die sie passt: Du zahlst ohnehin viel mit Karte, hast eine zweite Karte für alle Fälle, bezahlst deine Rechnungen aus dem Vollen und kaufst regelmäßig bei PAYBACK Partnern wie dm, EDEKA oder Aral ein. Dann ist die Karte ein solider Zusatzhebel, der dich nichts kostet.

Was du vor dem Antrag wissen solltest

Voraussetzungen sind Volljährigkeit, Wohnsitz in Deutschland und ein Konto bei einer deutschen Bank. Jeder Antrag wird individuell geprüft, es gibt also keine Garantie auf Zusage. Ein weiterer praktischer Punkt für Sammler: Solange du als Karteninhaber aktiv am Programm teilnimmst, bist du vom regulären Punkteverfall ausgenommen. Ohne Karte verfallen Punkte 36 Monate nach der Gutschrift, jeweils zum 30. September.

Wenn du die Karte beantragst, mach vorher den Kassensturz. Schreib dir auf, wie viel du im Monat wirklich mit Karte zahlst, multipliziere mit 0,0033 und schau dir die Zahl an. Wenn sie dich nicht überzeugt, ist die Antwort für dich Nein, und das ist völlig in Ordnung.

Häufige Fragen

Ist die PAYBACK American Express wirklich dauerhaft kostenlos?

Ja. PAYBACK gibt eine dauerhafte Jahresgebühr von 0 € an, Zusatzkarten inklusive. Kosten entstehen nur bei Fremdwährungszahlungen (2 %), Bargeldabhebungen (4 %, mindestens 5 €) und bei Zahlungsverzug.

Wie viele PAYBACK Punkte gibt es mit der Karte?

1 Punkt je 3 € Kartenumsatz, weltweit an allen Amex-Akzeptanzstellen. Tankstellenumsätze sind ausgenommen. Bei PAYBACK Partnern kommen die regulären Partnerpunkte zusätzlich dazu.

Wie viel ist ein PAYBACK Punkt wert?

1 Punkt entspricht 1 Cent. Das gilt bei der Auszahlung aufs Konto und beim Einlösen an der Kasse. Im Prämienshop kann der Gegenwert darunter liegen, bei der Umwandlung in Miles & More rechnerisch darüber.

Kann ich die Rechnung in Raten zahlen?

Nein. Die Karte ist eine Charge Card, der Monatsumsatz wird in voller Höhe vom Girokonto abgebucht. Teilzahlung ist nicht möglich, SplitPay wurde eingestellt.

Wie lange dauert es, bis der Willkommensbonus gutgeschrieben wird?

Offiziell sind rund vier Wochen nach Kartenausstellung für die ersten 1.000 Punkte angegeben. Die weiteren 2.000 Punkte folgen nach Erreichen des Mindestumsatzes von 500 € innerhalb von zwei Monaten. Bei mir kam die Gutschrift schon nach zwei Wochen.

Wird die Amex überall akzeptiert?

Nein. Die großen Supermarkt- und Drogerieketten nehmen sie inzwischen, kleine Läden, viele Restaurants und Handwerker aber oft nicht. Du brauchst eine zweite Karte für den Alltag.

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