Die zentrale Zahl vorweg: Pro Person und Reise gaben Deutsche 2025 im Schnitt 1.354 € aus. Insgesamt flossen 91,7 Milliarden Euro in Urlaubsreisen, 1,6 Milliarden mehr als im Vorjahr und damit ein Rekordwert. Das zeigt die Reiseanalyse 2026 der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen.
Interessant ist aber weniger die Zahl selbst als das, was dahintersteckt. Die Ausgaben steigen, während die Zahl der Reisen leicht sinkt. 2025 wurden 67,7 Millionen Urlaubsreisen unternommen, etwas weniger als im Vorjahr. Es fahren also nicht mehr Leute in den Urlaub, es wird pro Reise mehr bezahlt.
Gleichzeitig war 2025 ein Rekordjahr bei den Reisenden: 80,5 Prozent der Bevölkerung machten mindestens eine Urlaubsreise ab fünf Tagen, das sind gut 57 Millionen Menschen und ein neuer Höchstwert.
Hier bekommst du die wichtigsten Zahlen im Zusammenhang, was sie über die Preisentwicklung sagen und an welchen Stellen der Reise das meiste Geld liegt.
Die Kennzahlen 2025 im Überblick
| Kennzahl | Wert 2025 |
|---|---|
| Gesamtausgaben für Urlaubsreisen | 91,7 Milliarden € |
| Ausgaben pro Person und Reise | 1.354 € |
| Urlaubsreiseintensität | 80,5 Prozent |
| Urlaubsreisende ab 5 Tagen | über 57 Millionen |
| Zahl der Urlaubsreisen | 67,7 Millionen |
| Anteil Auslandsreisen | 78 Prozent (52,7 Mio.) |
| Anteil Inlandsreisen | 22 Prozent (15 Mio.) |
| Anteil Onlinebuchungen | fast 58 Prozent |
| Buchung im persönlichen Kontakt | 32,3 Prozent |
Alle Angaben beziehen sich auf Urlaubsreisen ab fünf Tagen Dauer, Quelle ist die 56. Reiseanalyse.
Was die Zahlen wirklich zeigen
1. Mehr Geld, nicht mehr Reisen
Die Ausgaben stiegen um 1,6 Milliarden Euro, die Zahl der Reisen sank leicht. Das ist die wichtigste Beobachtung dieser Erhebung. Reisen ist teurer geworden, und die Deutschen zahlen es.
Die Stiftung für Zukunftsfragen stellt in ihrer Tourismusanalyse 2026 zusätzlich fest, dass die Reisefrequenz den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht hat und etwa jeder zweite Bundesbürger zwei oder mehr Reisen unternahm. Die Reisedauer bleibt dabei konstant bei knapp 13 Tagen.
2. Das Inland verliert
Deutschland bleibt mit 22 Prozent das wichtigste Einzelreiseziel, hat aber gegenüber dem Vorjahr rund eine Million Urlaubsreisen verloren. Auslandsreisen stiegen dagegen auf knapp 53 Millionen.
Zu den beliebtesten Auslandszielen zählten Spanien, Türkei, Italien, Griechenland und Österreich. Innerhalb Deutschlands lag Schleswig-Holstein erneut vorn.
Beim Preis gibt es dabei deutliche Unterschiede: Nach der Tourismusanalyse sind Griechenland und Spanien spürbar teurer als Türkei und Kroatien.
3. Online setzt sich durch
Fast 58 Prozent der Reisen wurden 2025 online gebucht, während die Buchung im persönlichen Kontakt auf 32,3 Prozent zurückging und langfristig rückläufig ist.
Bemerkenswert dabei: Bei rund 20 Prozent aller Urlaubsreisen kamen bereits KI-Anwendungen für Information oder Buchung zum Einsatz. Das ist der erste Wert dieser Art in der Reiseanalyse.
Wichtig zu wissen: Bei Pauschalreisen ändert der Buchungsweg am Preis nichts, weil der Veranstalter ihn festlegt. Warum das so ist und wo trotzdem Geld liegt, steht hier: Pauschalreise günstig buchen.
4. Urlaub steht weit oben bei den Prioritäten
Bei den Konsumprioritäten stehen Urlaubsreisen auf Platz vier, Kurz- und Wochenendreisen auf Platz acht. 59 Prozent der Befragten geben an, sich eine oder mehrere Urlaubsreisen finanziell leisten zu können.
Die Formulierung dieser Frage ist aufschlussreich. Sie bedeutet umgekehrt: Vier von zehn Menschen sagen, dass es finanziell nicht ohne Weiteres reicht. Urlaub bleibt wichtig, gespart wird lieber an anderer Stelle, aber viele müssen genau auf Preise und Budget schauen.
Was 2026 erwartet wird
Die Aussichten sind stabil. 76 Prozent der Bevölkerung planen für 2026 sicher eine Urlaubsreise. Bei 43 Prozent steht das Ziel bereits fest, bei 33 Prozent ist es noch offen.
Für dich als Reisenden ist vor allem die zweite Zahl interessant. Ein Drittel entscheidet noch. Das bedeutet: Auf beliebten Strecken und in den Ferienzeiten wird es voll, und wer früh bucht, hat die bessere Auswahl.
Wo bei 1.354 Euro das Geld liegt
Die Statistik nennt keine Aufteilung nach Posten. Aus der Praxis lässt sich aber ableiten, wo die großen Blöcke sitzen und wo sich das Sparen lohnt.
| Posten | Grober Anteil | Sparpotenzial |
|---|---|---|
| Anreise (Flug oder Auto) | 25 bis 40 Prozent | hoch |
| Unterkunft | 30 bis 45 Prozent | mittel bis hoch |
| Verpflegung vor Ort | 15 bis 25 Prozent | mittel |
| Aktivitäten und Sonstiges | 10 bis 20 Prozent | niedrig |
Die Anteile schwanken stark nach Reiseart. Bei einer Fernreise dominiert der Flug, bei einer Autoreise an die Ostsee die Unterkunft.
Die drei größten Hebel in der Praxis:
- Die Anreise. Bei Flügen entscheiden Vorlaufzeit und Reisetag über hunderte Euro: günstige Flüge buchen und warum der Dienstag-Mythos nicht stimmt. Bei Autoreisen liegt der Unterschied zwischen Autobahn- und Ortstankstelle bei rund 33 Cent je Liter: beim Tanken richtig sparen.
- Der Buchungsweg. Wer eine Pauschalreise bucht, kann über einen unter Wert gekauften Reisegutschein 10 bis 20 Prozent sparen, ohne an der Reise selbst etwas zu ändern. Das steht ausführlich im Pauschalreise-Ratgeber.
- Das Drumherum. Cashback auf die Buchung, Verpflegung vor Ort, Trinkwasser statt gekauftem Flaschenwasser. Klingt kleinteilig, summiert sich aber bei einer 14-tägigen Reise. Zum Cashback: so funktioniert es.
Wer in der Business Class fliegen möchte, ohne den vollen Preis zu zahlen, findet die Rechnung hier: Business Class günstig fliegen.
Ordne dich selbst ein
Der Durchschnittswert von 1.354 € pro Person und Reise sagt wenig über deine Situation. Zur Einordnung:
- Deutlich darunter liegen typischerweise Inlandsreisen mit dem Auto, Camping und Besuche bei Familie.
- Im Bereich des Durchschnitts bewegen sich klassische Pauschalreisen ans Mittelmeer für ein bis zwei Wochen.
- Deutlich darüber liegen Fernreisen, Kreuzfahrten und Reisen in der Hauptsaison mit Kindern.
Wenn du wissen willst, ob du zu viel zahlst, hilft der Durchschnitt nicht weiter. Was hilft, ist die Aufschlüsselung deiner letzten Reise nach den vier Posten aus der Tabelle oben. Der größte Block ist immer der Ansatzpunkt.
Häufige Fragen
Wie viel geben Deutsche im Schnitt für Urlaub aus?
Nach der Reiseanalyse 2026 lagen die Ausgaben 2025 bei durchschnittlich 1.354 € pro Person und Reise. Insgesamt wurden 91,7 Milliarden Euro für Urlaubsreisen ab fünf Tagen ausgegeben, ein Rekordwert.
Wie viele Deutsche machen überhaupt Urlaub?
2025 unternahmen 80,5 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Urlaubsreise ab fünf Tagen, das entspricht gut 57 Millionen Menschen und ist ein Höchstwert. Die Zahl der Reisen insgesamt sank leicht auf 67,7 Millionen.
Fahren Deutsche eher ins Ausland oder ins Inland?
Ins Ausland. 78 Prozent aller Urlaubsreisen gingen 2025 ins Ausland, 22 Prozent blieben im Inland. Deutschland ist zwar das wichtigste Einzelreiseziel, verlor aber rund eine Million Reisen gegenüber dem Vorjahr.
Werden Reisen teurer?
Die Zahlen deuten darauf hin. Die Gesamtausgaben stiegen um 1,6 Milliarden Euro, während die Zahl der Reisen leicht zurückging. Pro Reise wird also mehr bezahlt. Zusätzlich unterscheiden sich die Zielgebiete deutlich, Griechenland und Spanien gelten als teurer als Türkei und Kroatien.
Wie buchen Deutsche ihren Urlaub?
Fast 58 Prozent der Reisen wurden 2025 online gebucht, 32,3 Prozent im persönlichen Kontakt. Neu ist, dass bei rund 20 Prozent der Reisen bereits KI-Anwendungen zur Information oder Buchung genutzt wurden.
Der wichtigste Punkt
1.354 € ist ein Durchschnitt, kein Schicksal. Der Betrag setzt sich aus vier Posten zusammen, und bei zweien davon, Anreise und Buchungsweg, liegt das Sparpotenzial im dreistelligen Bereich. Fang bei dem Posten an, der bei deiner Reise am größten ist, und ignoriere den Rest erst mal.
Zahlen aus der 56. Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen sowie der 42. Deutschen Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen, jeweils für das Reisejahr 2025.


